Keimfreies Wasser

Damit Wasser für Mensch und Tier trinkbar ist, muss es keimfrei sein. Als Indikator für Keimfreiheit von Wasser gilt das Redox-Potenzial (Reduktion–Oxidation). Das Redox-Potenzial bezeichnet das elektrische Potenzial (in Millivolt/mV), das durch den Elektronentransport vom Elektronen-Donator zum Elektronen-Akzeptor entsteht. Bei der Oxidation werden Elektronen abgegeben, z.B. durch die Bindung von Sauerstoff-Ionen und/oder die Abgabe von Wasserstoff-Ionen, bei der Reduktion Elektronen aufgenommen. Keimfrei ist Wasser bei einem Redox-Potenzial von 700 mV und höher.

Effektiv und unschädlich: Anolyth N (Anolyth Neutral)

Anolyth N ist eine schwache, pH-neutrale, nicht toxische und nicht korrosive Natriumhypochloritlösung, die mittels Membranzellenelektrolyse und ohne Zugabe gefährlicher Chemikalien aus einer ca. 0,5-prozentigen Kochsalzlösung hergestellt wird.

Nach einigen Monaten zerfällt Anolyth N in seine Ausgangsprodukte der verdünnten Salzlösung.

Anolyth N ist unbedenklich für Menschen, Tiere und Pflanzen, dabei aber ein starkes Mittel mit sehr hoher bakterien-, viren- und pilzhemmender Wirkung (etwa 10-mal stärker als Chlordioxid) und ist im Vergleich zu herkömmlichen Desinfektionsmitteln sehr viel materialverträglicher, weil das Chlor gebunden ist. Selbst in hoher Anwendungskonzentration (5 bis 15%) wirkt Anolyth N nicht korrosiv.

Die Herstellung ist schnell und kostengünstig, und die vollautomatischen, wartungsarmen Anlagen mit minimalen Betriebskosten lassen sich perfekt an Kundenwünsche anpassen. Anolyth N zerstört auch Biofilme und wirkt schon in geringsten Dosierungen effektiv; seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten reichen von Wasserbehandlung über Oberflächen- und besondere Reinigungen bis zu Wundbehandlung. Kurz: Anolyth N wird überall dort eingesetzt, wo höchste Reinheit und Hygiene gefordert ist.

Weitere chemische, synthetische und mechanische Methoden

Chlordioxid ist eine der effektivsten aller Chlorverbindungen gegen alle Arten von Mikroorganismen, einschliesslich Parasiten und Viren, und auch in niedriger Dosierung wirksam. Aufwändig sind hier Transport und Lagerung der Chemikalien. Chlordioxid verursacht in Reaktion mit organischen Verunreinigungen nicht-organische Reaktionsprodukte, bildet Chlorat- und Chlorit-Ionen und zerfällt ab ca. 40 Grad.

Chloramin: Das stabile und wirksame, jedoch im Vergleich zu Chlor schwache Desinfektionsmittel reduziert die Bildung von Biofilm, wirkt aber nicht gegen Viren und Parasiten und muss hoch dosiert werden. Es produziert stickstoffhaltige Nebenprodukte, verursacht Augenreizung und erzeugt den typischen Schwimmbadgeruch.

Hypochlorit (Salz) wird als Flüssigkeit oder Granulat eingesetzt; es ist wirkungslos gegen Parasiten wie z.B. Kryptosporidien (einzellige Sporentierchen, die häufig Kälber befallen), relativ instabil und wird bei langer Lagerung wirkungslos. Bei der ECA-Technologie entsteht Hypochlorit vor Ort in der elektrochemischen Reaktion.

Ozon: Das starke, aber nicht zuverlässige Desinfektionsmittel ist sehr effektiv gegen Parasiten und Bakterien und entfernt unangenehmen Geschmack und Gerüche, generiert jedoch Nebenprodukte wie Aldehyde, organische Säuren, die mit biologisch aktiven Filtern entfernt werden müssen. Beim Zerfall von Ozon entstehen oxidierende Produkte, von denen schon kleine Mengen für den Menschen hoch giftig sind.

Ultraviolett-Bestrahlung tötet verschiedene Arten von Mikroorganismen; die Qualität der Desinfektion hängt jedoch stark von der Wassertrübung, seiner Härte, organischen Verunreinigungen, der Wellenlänge und der Zuverlässigkeit der Stromversorgung ab. Die Bestrahlung hat keine Langzeitwirkung. Sie ist nur in Verbindung mit anderen Methoden zuverlässig und sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb und der Wartung sehr kostenintensiv.

Bei der thermischen Sterilisation muss das Wasser während mindestens 20 Minuten auf 100 Grad erhitzt werden. Diese Methode ist nur bei kleinen Wassermengen sinnvoll, und Anlagen sind sehr kostspielig.

Nach einer Kombination der Methoden Bestrahlung und thermische Sterilisation funktioniert übrigens die «Solar Water Disinfection», die seit einigen Jahren in Entwicklungsländern eingesetzt wird: Ungereinigtes Flusswasser wird in durchsichtige PET-Flaschen gefüllt, und die Flaschen werden auf dem Hausdach für etwa sechs Stunden der Sonne ausgesetzt. Die harten UVA-Strahlen und eine Wassertemperatur von 50° C zerstören die Erreger.

Säuren: Sind universell einsetzbar, aber nicht 100 Prozent zuverlässig. Zudem sind sie teuer – sowohl in der Beschaffung als auch in der Entsorgung und bei der Reinigung von Anlagen.

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